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"Fesche Geister" - ein Stück aus unserem Konzertprogramm

Fescher Geister - Ouvertüre  von Carl Michael Ziehrer

Heute möchte ich euch ein Stück aus unserem Konzertprogramm 2021 ein bisschen näher vorstellen. Dazu schlage ich vor, dass ihr euch erst einmal einen kleinen Höreindruck über den folgenden Link verschafft: 

Fesche Geister - MK St. Ulrich am Pillersee

Der Komponist

Die Ouvertüre "Fesche Geister" stammt aus der Feder von Carl Michael Ziehrer. Wir spielen das Stück in einer Bearbeitung von Otto Wagner, die im Rundel-Verlag erschienen ist. 

Carl Michael Ziehrer wurde 1843 in Wien geboren und starb 1922 ebenfalls in Wien. Er erlernte zwar zunächst den Beruf eines Hutmachers. Nachdem er schon in frühen Jahren Klavier erlernt hatte, schrieb er schon mit 19 Jahren erste kleine Stücke. Ziehrer absolvierte Dirigieren und Komponieren. 1885 übernahm er das Kapellmeisteramt beim K.u.K Infanterie-Regiment Hoch- und Deutschmeister Nr. 4. Mit dieser Kapelle gab er Konzerte in ganz Europa und 1893 in Chicago im Rahmen der Weltausstellung. Den Höhepunkt seiner Karriere erreichte er mit der Ernennung zum 4. k.k. Hofballmusikdirektor. Er sollte auch der letzte sein! Während des 1. Weltkriegs verlor er sein Vermögen und starb verarmt 1922. Carl Michael Ziehrer ruht in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof. 

Diese Informationen stammen aus Wikipedia. Mehr über Carl Michael Ziehrer erfährst du hier: 

Artikel zu Carl Michael Ziehrer in Wikipedia

Die Musik

Die Ouvertüre beginnt mit einer schwungvollen aber nicht zu schnellen Einleitung im 2/4 Takt. Es folgt ein elegantes "Allegretto grazioso" im Piano. Nach 16 Takten wiederholt das gesamte Orchester die Melodie in einem kräftigen Forte. Das Tempo wird allmählich schneller und mündet in einen Marsch mit einer kräftigen Unisono-Melodie, die von den Blechbläsern vorgetragen wird. Der Marsch bricht abrupt ab. Nach einer Überleitung erklingt der erste Walzer. Eine wunderschöne leise und langgezogene Melodie endet in zarten Flötentönen; zweistimmig in der Terz. Die Holzbläser tragen uns eine tänzerische Gavotte vor. Weiter geht es ein bisschen ungarisch angehaucht. Dafür typisch: die synkopierte Melodie. Nach einer stürmischen Überleitung hören wir den zweiten Walzer, der in seiner typisch wienerischen Form nicht zu schnell gespielt wird. Mit raschen Schritten geht es dem Finale zu. Die Walzermelodie erklingt im Orchester-Tutti, das von den Holzbläsern virtuos umspielt wird. Typisch für eine Ouvertüre aus der damaligen Zeit folgt nach einer dramatischen Fermate ein sehr kurzes Presto mit drei Orchesterschlägen und einer großen Schlussfermate. 

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